Durch Ruhe in Bewegung

 
Der Weg zum Personal Trainer

Interview mit Personal Trainer Josephine Schober

Foto: Jean Henrique Wichinoski, CC 2.0

Wie bist du zum Yoga gekommen?

Ich habe schon immer Yoga gemacht. Beispielsweise kann ich mich daran erinnern mit 4 Jahren, Yoga gemacht zu haben. Bei Bauchschmerzen. Ganz intuitiv. Allerdings wußte ich da noch nicht, dass ich Yogaübungen machen. Es tat mir einfach gut, also habe ich weiter gemacht. Mit 14 Jahren habe ich

dann im Regal meiner Mutter ein Buch über Yoga stehen sehen. Das Buch konnte ich gar nicht mehr weg legen. Das es Übungen gibt, die Körper und Geist postitiv beeinflussen, fand und finde ich noch heute, unheimlich spannend. Meine eigenen Erfahrungen hatten mich ja gelehrt, dass es funktioniert, also etwas dran sein muss. 

Warum hast du Yoga als Beruf für dich gewählt?

Eigentlich bin ich ausgebildete Altenpflegehelferin und habe im Promotionbereich gearbeitet. Die Arbeit mit Menschen und an dem Menschen hat mir immer gefallen. Allerdings hat mich Yoga nie losgelassen. Ich habe in meiner Freizeit regelmäßig Yoga gemacht. Viel darüber gelesen. Ich glaube, wenn man für eine Sache richtig brennt und diese mit totaler Hingabe und Leidenschaft macht, kommt man irgendwann an den Punkt, an dem das Hobby zu mehr als einem Hobby wird. Man macht es gerne. Man macht es häufig. Man macht es gut. Man wird ständig darauf angesprochen. Man macht es konsequenter Weise zu seinem Beruf. So war das bei mir auch.  

 

Gibt es Fähigkeiten die man als Yoga Lehrer haben muss, die man nicht lernen kann?

Auf jeden Fall. Yoga ist nicht nur das Anweden von Schema A auf Kunde B. Will man richtig gut sein, muss man sich in den Kunden hinein fühlen können. Das ist eine Fähigkeit, die, glaube ich, sehr selten ist. Wer ist der Kunde? In welchem Lebensabschnitt ist er gerade? Wie war sein Tag? Wie fühlt er sich jetzt im Augenblick? Wo möchte er hin? All das zu erkennen, zu erfragen und zu fühlen ist Voraussetzung um mit den richtigen Mitteln den Kunden auf seinem Weg voran zu bringen.

 

Nun gibt es viele verschiedene Yoga Stile und Richtungen. Welcher Stil gefällt dir am besten?

Diese Schubladen gefallen mir nicht. Yoga muss zu dem Kunden passen. Das können Elemente aus dem Hatha Yoga sein und einige ergänzende Stile aus dem Anusara Yoga. Einen Kunden in eine dieser Schubladen mit Gewalt zu quetschen würde bedeuten, genau dieses Einfühlungsvermögen aufzugeben, von dem ich vorhin gesprochen habe. Es nützt meinen Kunden nicht, wenn er zwar generell ein besseres Körpergefühl erreichen möchte, heute aber einen anstrengenden Tag in der Arbeit hatte und ich mache 90 Minuten Power Yoga mit ihm. An solchen Tagen baue ich zum Beispiel einige Elemente aus dem Yin Yoga, also eher ruhige oder fließende Bewegungen, ein.

 

Wie hat dich Yoga verändert?

Yoga gleicht aus. Yoga sorgt für Harmonie. Egal wie kraftlos, matt, erschöpft und "im Kopf zu" ich in eine Yoga Stunde rein gehe, ich gehe wirklich immer positiv und gestärkt aus der Stunde raus. Das geht auch umgekehrt. Bin ich voller Energie und Power vor der Stunde, komme ich ausgeglichen und entspannt aus der Stunde heraus. Was meine Yoga Stunden als Personal Trainer angeht, so ist es ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn meine Kunden in den Stunden wachsen. Sowohl mental als auch körperlich. Einem Menschen zu bewegen ist ein wundervolles Gefühl, das mich selbst glücklich macht. 

 

Gibt es eine Erfolgsgeschichte aus deiner praktischen Arbeit, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Da fällt mir spontan mein aller erster Yogaschüler ein. Ein 36jähriger Betriebswirt aus Kassel. Sehr kopflastig. Sehr zielstrebig. Sehr engagiert. Er hielt Yoga für Quatsch. Zu esoterisch. Nur für Frauen. Langweilig. Er ging lieber ins Fitnessstuido. Allerdings hat er das selten gemacht, weil er sich dafür nicht richtig motivieren konnte.
Ich habe ihm von meiner Arbeit erzählt und mit ihm gewettet, dass Yoga ihn und sein Leben positiv beeinflussen wird. Er ist darauf eingegangen und hat eine Stunde Yoga bei mir gemacht. Rausgegangen ist er aus Stunde, entspannt, viel ruhiger und nicht so mechanisch sondern viel menschlicher. Er kam auch zur nächsten Stunde. Das ging so weit, dass sein Umfeld ihn auf die Veränderungen angesprochen hat - die finale Bestätigung für ihn. Ich freue mich heute noch darüber, wenn ich dran zurück denke.

 

Zum Schluß, welchen Ratschlag gibst du Interessierten, die auf der Suche nach ihrer ersten Yogastunde sind?

In der ersten Stunde ist die Qualität des Lehrers das A und O und ich meine hier nicht ausschließlich die Ausbildung des Lehrers. Die Chemie muss stimmen. Ein sicheres Indiz ist das erste Telefonat mit dem Lehrer. Wenn der potentielle neue Yogalehrer beim ersten Telefonat mir versucht ein Produkt zu verkaufen, statt mir mit seinen Möglichkeiten zu helfen, dann ist Vorsicht geboten. Ist die erste Stunde negativ, wird man sich vom Yoga eine Weile abwenden. Ist sie positiv, hat man eine Chance Yoga für sich zu entdecken. 

 

 

 

 

 

 

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